Zeiterfassung Aktualisiert 17.9.2026 · 13 Min.

Quantitative Personalbedarfsplanung Beispiel für dich

Quantitative Personalbedarfsplanung Beispiel Schritt für Schritt erklärt. Mit Formel, Rechenbeispiel und Tipps für deine Einsatzplanung in Du-Form.

Du stehst kurz vor einer Abendveranstaltung. Die Gästezahl ist geschätzt, zwei Teilzeitkräfte haben ihre Verfügbarkeit noch nicht bestätigt, und eine Absage kommt oft genau dann, wenn der Dienstplan schon verschickt ist. In dieser Situation brauchst du keine grobe Bauchentscheidung, sondern eine Rechnung, die Gästeaufkommen, Arbeitsstunden, Rollen, verfügbare Personen und gesetzliche Grenzen zusammenführt.

Ein quantitative Personalbedarfsplanung Beispiel hilft dir dabei, vom erwarteten Arbeitsvolumen zur konkreten Schicht zu kommen. Du rechnest zuerst den Bruttobedarf, vergleichst ihn mit dem verfügbaren Ist-Bestand und leitest daraus den Nettobedarf ab. Danach prüfst du, ob dein Plan auch mit Teilzeitpensen, kurzfristigen Absagen und unterschiedlichen Auslastungen funktioniert.

Inhaltsverzeichnis

Was quantitative Personalbedarfsplanung für dich bedeutet

Bei der nächsten Veranstaltung musst du Arbeitsvolumen in konkrete Einsätze übersetzen. Quantitative Personalbedarfsplanung beantwortet dabei: Wie viele Personen und wie viele Arbeitsstunden brauchst du für eine bestimmte Leistung? Für Service, Kasse, Ausschank und Teamleitung legst du fest, wie viele Schichten im jeweiligen Zeitfenster besetzt sein müssen. Entscheidend sind Menge, Zeit und Ort.

Die qualitative Personalbedarfsplanung prüft die passende Besetzung: Welche Fähigkeiten und Qualifikationen müssen diese Personen mitbringen? Eine Servicekraft für einen gesetzten Anlass ist nicht automatisch für die Kasse geeignet. Die Schichtleitung braucht andere Kenntnisse als eine Person, die nur beim Abräumen unterstützt.

Zwei Rechnungen für dieselbe Veranstaltung

Du planst einen Anlass mit Service, Kasse und einer verantwortlichen Person. Quantitativ prüfst du, wie viele Menschen gleichzeitig gebraucht werden und wie viele Stunden daraus entstehen. Qualitativ kontrollierst du, ob mindestens eine Person Kassenerfahrung, eine Person Führungsverantwortung und das Team genügend Servicepraxis mitbringen.

FrageQuantitative PlanungQualitative Planung
BedarfWie viele Personen werden gebraucht?Welche Rollen müssen besetzt sein?
ZeitWie viele Stunden fallen an?Welche Verfügbarkeit passt zum Zeitfenster?
KontrolleGibt es eine Unterdeckung oder einen Überhang?Fehlt eine bestimmte Qualifikation?
ErgebnisKöpfe, FTE und EinsatzstundenRollen, Kenntnisse und Eignung

Beide Rechnungen gehören zusammen, bleiben aber methodisch getrennt. Du kannst rechnerisch genügend Personal haben und trotzdem ohne erfahrene Kassenperson dastehen. Umgekehrt deckst du alle Qualifikationen ab, aber nicht die zusätzliche Anzahl an Händen, die während des Einlasses nötig ist.

Praxisregel: Rechne zuerst die Menge. Prüfe danach, ob die eingeplanten Personen die passenden Aufgaben übernehmen können.

Für deine operative Planung zählt zudem der laufende Soll-Ist-Abgleich. Eine Vakanzrate zeigt, wo geplante Stellen oder Schichten offen bleiben. Teilzeitpensen machen sichtbar, dass eine Person im Bestand nicht automatisch für jedes Zeitfenster verfügbar ist. Du vergleichst deshalb den Bedarf regelmässig mit bestätigten Verfügbarkeiten, Abwesenheiten und tatsächlich besetzten Stunden.

Auch die Schweizer Arbeitskräftesituation lässt sich nicht mit einer einzigen Kennzahl beurteilen. Das SECO nutzt dafür ein Indikatorensystem aus sechs Messgrössen, darunter Arbeitslosenquote, Quote offener Stellen, Zuwanderungsquote, Qualifikationsanforderungen, Beschäftigungswachstum und demografischer Ersatzbedarf. Das SECO beschreibt das Schweizer Indikatorensystem zur Arbeitskräftesituation.

Für deine Planung heisst das: Du rechnest quantitativ, sobald du Arbeitsvolumen, Zeitfenster oder Stellenplan in Personen und Stunden übersetzt. Danach prüfst du Rollen, Erfahrung und Zulassungen. Eine vertiefende Betrachtung zur qualitativen Personalbedarfsplanung ergänzt die Mengenrechnung um die Kompetenzperspektive.

Formeln und Datenquellen die du wirklich brauchst

Die Rechnung wird übersichtlich, wenn Du sie in drei Stufen führst. Du startest mit dem zukünftigen Ist-Personalbestand, bestimmst danach den Bruttopersonalbedarf und berechnest am Schluss den Nettopersonalbedarf.

Zukünftiger Ist-Bestand = aktueller Bestand minus Abgänge plus Zugänge

Nettopersonalbedarf = Bruttopersonalbedarf minus zukünftiger Ist-Bestand

Die Schweizer Praxis arbeitet dabei mit FTE, Vollzeitstellen, Kopfzahl, Arbeitstagen und Arbeitsstunden. In einem Bereich mit eher fixen Kosten können Stellen oder Personen als Rechengrösse dienen. Bei wechselnder Auslastung, wie Du sie aus Gastro, Events oder Pflege kennst, sind Arbeitstage und Stunden oft näher am echten Bedarf. Diese drei Stufen und ihre Unterscheidung werden auch in der Praxis zur Personalkostenplanung beschrieben.

Infografik zeigt die drei wesentlichen Schritte zur quantitativen Personalbedarfsplanung mit Formeln für den betrieblichen Bedarf.

Schritt eins mit dem Ist-Bestand

Nimm den aktuellen Bestand nicht ungeprüft aus einer Liste. Zieh geplante Abgänge ab und rechne bestätigte Zugänge hinzu. Bei einer Eventagentur können das Kündigungen, Ferienabwesenheiten, Rückkehrer oder bereits zugesagte Aushilfen sein.

Für die Schichtplanung brauchst Du zusätzlich die tatsächlich verfügbare Kapazität. Eine Person mit reduziertem Pensum ist nicht gleichwertig mit einer Vollzeitkraft, wenn Du Arbeitsstunden verteilen willst. Das Bundesamt für Statistik weist für 2024 eine Teilzeiterwerbstätigkeit von 38,7 Prozent aus. Die BFS-Daten zur Teilzeiterwerbstätigkeit 2024 zeigen damit, warum Kopfzahl und verfügbare Stunden auseinanderfallen können.

Schritt zwei mit dem Bruttobedarf

Der Bruttobedarf beschreibt, wie viel Personal Du für die Leistungserstellung brauchst, bevor Du Deinen vorhandenen Bestand abziehst. Eine einfache Stundenformel lautet:

Bruttopersonalbedarf in FTE = benötigte Arbeitsstunden geteilt durch verfügbare Stunden pro FTE

Bei einem variablen Event rechnest Du besser je Zeitfenster. Vier Personen über fünf Stunden sind nicht dasselbe wie eine Person über zwanzig Stunden, wenn der Anlass eine gleichzeitige Besetzung verlangt.

Schritt drei mit dem Nettoergebnis

Ziehst Du den zukünftigen Ist-Bestand vom Bruttobedarf ab, erkennst Du die Lücke oder den Überhang. Ein positives Ergebnis zeigt zusätzlichen Bedarf. Ein negatives Ergebnis weist auf mehr geplante Kapazität hin, als Du für das Szenario brauchst.

Behalte die Annahmen neben der Formel fest. Notiere Gästezahl, Öffnungszeit, Rollen, Pausen, Teilzeitanteile, erwartete Absagen und die verwendete Kapazität. Für die Arbeitszeitgrenze prüfst Du das Schweizer Arbeitsgesetz. Für die dort genannten Kategorien gilt eine wöchentliche Höchstarbeitszeit von 45 Stunden, für andere Arbeitnehmende 50 Stunden. Die SECO-Übersicht zu Arbeits- und Ruhezeiten nennt diese Grenzen.

Eine Excel-Lösung kann für den Start reichen. Wenn Du mit einer Vorlage arbeitest, trennst Du Bedarf, Verfügbarkeit und tatsächliche Besetzung sauber, statt alles in einer Zeile zu vermischen. Eine passende Excel-Vorlage für den Arbeitsplan kann Dir als Ausgangspunkt dienen.

Quantitative Personalbedarfsplanung Beispiel für eine Event Schicht

Du planst eine Abendveranstaltung in einem Restaurant. Erwartet werden 180 Gäste. Der Einlass beginnt um 17.30 Uhr, der Service läuft von 18.00 bis 22.00 Uhr, danach folgt der Abbau bis 23.00 Uhr.

Für den Service setzt Du als Planannahme eine Person pro 30 Gäste an. Diese Zahl ist keine allgemeine Branchenregel, sondern Dein betrieblicher Schlüssel für dieses Format. Du verwendest ihn nur, weil Du aus früheren Anlässen weisst, dass Teller, Getränke und Abräumen damit abgedeckt werden können.

Zusätzlich brauchst Du zwei Personen an der Kasse beziehungsweise beim Einlass, eine Teamleitung und zwei Personen für den späteren Abbau. Die Teamleitung zählt während der Servicezeit nicht als normale Servicekraft, weil sie Rückfragen, Umbesetzungen und den Kontakt zur Küche übernimmt.

Die Rechnung von der Gästemenge zu den Rollen

Der Servicebedarf lautet:

180 Gäste geteilt durch 30 Gäste pro Servicekraft = 6 Servicekräfte

Für den Einlass planst Du zwei Personen von 17.30 bis 19.00 Uhr. Die sechs Servicekräfte arbeiten von 17.30 bis 22.30 Uhr, damit Briefing, Aufbau und Abschluss enthalten sind. Die Teamleitung ist von 17.00 bis 23.00 Uhr vor Ort. Für den Abbau kommen zwei Personen von 22.00 bis 23.00 Uhr hinzu.

RechenschrittAnnahmeErgebnis
GästeaufkommenErwartete Gäste180 Gäste
Service-SchlüsselEine Servicekraft je 30 Gäste6 Servicekräfte
EinlassZwei Personen von 17.30 bis 19.00 Uhr3 Personenstunden
ServiceSechs Personen von 17.30 bis 22.30 Uhr30 Personenstunden
TeamleitungEine Person von 17.00 bis 23.00 Uhr6 Personenstunden
AbbauZwei Personen von 22.00 bis 23.00 Uhr2 Personenstunden
BruttopersonalbedarfSumme der geplanten Einsatzstunden41 Personenstunden

Die 41 Personenstunden bilden den Bruttobedarf für diesen Anlass. Pausen musst Du je nach Einsatzdauer und betrieblicher Regelung abziehen oder als zusätzliche Abdeckung einplanen. Bei einem Einsatz mit längerer Dauer reicht es nicht, nur die Anwesenheitszeit zu addieren. Wenn eine Person während einer Pause nicht verfügbar ist, brauchst Du für dieses Zeitfenster eine Vertretung oder eine andere Arbeitsverteilung.

Vom Bruttobedarf zum Nettobedarf

Dein verfügbarer Bestand für diesen Anlass sieht so aus:

  • Vier Servicekräfte sind für je fünf Stunden bestätigt, also 20 Personenstunden.
  • Eine weitere Servicekraft ist für drei Stunden verfügbar, also 3 Personenstunden.
  • Die Teamleitung ist für sechs Stunden bestätigt, also 6 Personenstunden.
  • Eine Kassenperson ist für eineinhalb Stunden bestätigt, also 1,5 Personenstunden.
  • Die zweite Kassenperson und die zwei Abbaukräfte sind noch offen.

Der bestätigte Bestand umfasst damit 30,5 Personenstunden. Gegenüber dem Bruttobedarf von 41 Stunden fehlen 10,5 Personenstunden.

Bei der Kopfzahl sieht das Ergebnis anders aus. Für den Service brauchst Du sechs Personen, bestätigt sind aber erst fünf. Für die Kasse fehlt eine Person, und für den Abbau fehlen zwei Personen. Du hast also mindestens vier offene Besetzungen, obwohl die Stundenrechnung eine Lücke von 10,5 Stunden zeigt. Genau deshalb solltest Du Köpfe und Stunden parallel führen.

Die fehlenden Stunden lassen sich nicht beliebig auf bestehende Mitarbeitende verteilen. Wenn Du zehn Vollzeitkräfte im Betrieb hast, darfst Du ihre Wochenstunden nicht einfach über die zulässige Höchstarbeitszeit anheben. Die SECO-Regeln nennen je nach Kategorie 45 oder 50 Wochenstunden als Grenze, wie in der vorherigen Datengrundlage beschrieben.

Übersetzung in einen Schichtmix

Aus der Rechnung entstehen konkrete Schichten:

  • Service A bis D, jeweils 17.30 bis 22.30 Uhr.
  • Service E, 17.30 bis 20.30 Uhr.
  • Service F, 20.30 bis 22.30 Uhr.
  • Kasse 1 und Kasse 2, jeweils 17.30 bis 19.00 Uhr.
  • Teamleitung, 17.00 bis 23.00 Uhr.
  • Abbau A und Abbau B, jeweils 22.00 bis 23.00 Uhr.

Die Aufteilung auf Service E und F zeigt, wie Du Teilzeitverfügbarkeiten einbauen kannst, ohne eine Person für den ganzen Abend zu benötigen. Gleichzeitig prüfst Du, ob die Übergabe funktioniert. Eine kurze Schicht ist nur dann sinnvoll, wenn Briefing, Übergabe und Aufgaben klar festgelegt sind.

Für eine wiederholbare Rechnung kannst Du den Catering-Personalbedarfsrechner als Rechenhilfe prüfen. Entscheidend bleibt, dass Du den verwendeten Schlüssel, die Zeitfenster und den tatsächlichen Ist-Bestand selbst kontrollierst.

Szenarien prüfen und typische Rechenfehler vermeiden

Eine Schichtplanung bleibt eine Annahme, bis Du sie mit dem tatsächlichen Verlauf vergleichst. Bei Events schwanken Gästeaufkommen, Einlassgeschwindigkeit und kurzfristige Verfügbarkeit. Prüfe deshalb mindestens drei Szenarien und führe den Soll-Ist-Abgleich später mit, statt die Formel nur einmal anzuwenden.

Drei einfache Varianten

SzenarioWas Du veränderstWorauf Du achtest
BasisErwartete Gästezahl und normale AbsagenReicht der geplante Schichtmix?
PeakHöhere Gästezahl und mehr parallele ArbeitWo entsteht zuerst eine Lücke?
LowGeringere Nachfrage und kürzere EinsatzfensterWelche Schichten kannst Du reduzieren?

Im Peak-Szenario ergänzt Du nicht einfach Personen. Prüfe, ob Kasse, Küche, Bar und Service gleichzeitig stärker belastet werden. Ein zusätzlicher Serviceeinsatz hilft wenig, wenn sich die Warteschlange am Einlass bildet. Halte deshalb für jede Rolle fest, welche Auslastung die Annahme voraussetzt.

Im Low-Szenario kürzt Du ebenfalls nicht automatisch jede Schicht. Teamleitung, Einlass und Abbau können eine Mindestbesetzung brauchen, die von der Gästezahl unabhängig bleibt. Reduziere zuerst variable Rollen und gleiche danach ab, ob Übergaben und Pausen weiterhin funktionieren.

Die häufigsten Fehler in der Praxis

Kopfzahl mit FTE verwechseln: Fünf Teilzeitkräfte decken zusammen möglicherweise weniger Stunden ab als drei Vollzeitkräfte. Das BFS weist in seinen Arbeitsmarktdaten einen Teilzeitanteil von 25,4 Prozent für das Total aus, mit 19,6 Prozent bei Männern und 58,5 Prozent bei Frauen. Die BFS-Arbeitsmarktdaten zur Teilzeitarbeit zeigen, warum Du verfügbare Zeit nicht aus der Kopfzahl ableiten solltest. Führe Vakanzrate, bestätigte Stunden und mögliche Teilzeitfenster getrennt.

Produktivität zu optimistisch ansetzen: Ein Service-Schlüssel gilt nur unter den Bedingungen, für die Du ihn festgelegt hast. Ein gesetztes Dinner mit langen Wegen verlangt andere Annahmen als ein Buffet mit Selbstbedienung. Schreibe diese Bedingungen direkt neben den Schlüssel.

Absagen nicht abbilden: Eine angefragte Person gehört nicht in den sicheren Ist-Bestand. Trenne bestätigte, angefragte und abgesagte Personen. Nach jeder Rückmeldung aktualisierst Du die Vakanzrate und prüfst, welche Rolle im jeweiligen Zeitfenster betroffen ist.

Kontrollfrage: Wenn eine Person ausfällt, weisst Du sofort, welche Rolle und welches Zeitfenster betroffen sind?

Prüfe vor der Freigabe drei Punkte:

  • Stunden: Stimmen Bedarf und verfügbare Stunden je Zeitfenster?
  • Köpfe: Sind Mindestbesetzungen für Einlass, Service, Kasse und Leitung erfüllt?
  • Grenzen: Bleiben Einsatzdauer, Pausen und Wochenstunden innerhalb der geltenden Vorgaben?

Die Arbeitskräftesituation kann sich kurzfristig verändern. Die KOF-Nekton-Prognose 2025 geht von rund 400’000 fehlenden Arbeitskräften aus. KOF-Nekton-Prognose 2025. Für Deine Planung bedeutet das: Annahmen regelmässig prüfen, verfügbare Teilzeitstunden realistisch führen und bei jeder Abweichung nachsteuern. job.rocks unterstützt diesen laufenden Abgleich, indem Du offene Bedarfe und bestätigte Einsätze je Rolle und Zeitfenster sichtbar hältst.

Vom Mengenbedarf zur Einsatzplanung mit job.rocks

Die Zahl aus Deiner Rechnung ist noch kein Dienstplan. Sie sagt Dir, wie viele Stunden oder Personen je Zeitfenster fehlen. Für die Besetzung brauchst Du danach eine Reihenfolge: Rolle festlegen, Ort bestimmen, Zeitfenster anlegen, verfügbare Personen prüfen und die Schicht bestätigen.

Eine Frau arbeitet am Laptop und erstellt einen digitalen Dienstplan für verschiedene Mitarbeiter mit unterschiedlichen Qualifikationen.

Die Schicht aus dem Rechenblatt bauen

Nimm jede offene Position aus dem Brutto-Netto-Abgleich als eigene Zeile. Für das Event aus dem Beispiel brauchst Du nicht einfach eine Liste mit zehn Namen, sondern getrennte Anforderungen für Service, Kasse, Teamleitung und Abbau. Dadurch erkennst Du sofort, ob die Lücke eine Mengenfrage oder eine Qualifikationsfrage ist.

Bei mehreren Standorten prüfst Du zusätzlich die Anreise. Eine verfügbare Servicekraft in Basel hilft Dir nicht bei einer Schicht in Zürich, wenn das Zeitfenster keinen Wechsel zulässt. Bei Teilzeitpensen lohnt sich eine Aufteilung in kürzere Schichten, sofern Übergaben und Briefing eingeplant sind.

job.rocks kann Bedarf nach Rolle, Anzahl, Ort und Zeitfenster strukturiert abbilden und Verfügbarkeiten mit passenden Einsätzen abgleichen. Dazu gehören nach den vorliegenden Produktangaben auch Verfügbarkeitsabfragen, Qualifikationsfilter, personalisierte Einladungen, Schichtdetails und Zeiterfassung. Eine sachliche Prüfung der Funktionen findest Du in der Event-Staffing-App von job.rocks.

Nach der Zusage weiterrechnen

Die Planung endet nicht mit der Einladung. Markiere, wer zugesagt hat, wer noch offen ist und wo ein Ersatz gebraucht wird. Bei einer Absage am Veranstaltungstag vergleichst Du die verbleibende Besetzung mit dem Mindestbedarf und entscheidest, ob Du eine Person verschiebst, eine Schicht verlängerst oder eine Aufgabe neu verteilst.

Für die wöchentliche Auswertung reichen wenige Kennzahlen, wenn Du sie sauber führst:

  • Besetzungsquote: Wie viele geplante Positionen waren bestätigt?
  • Vakanzrate: Welche Rollen oder Zeitfenster blieben offen?
  • No-Show-Quote: Wie oft erschien eine bestätigte Person nicht?
  • Stundenabweichung: Wie stark wichen geplante und erfasste Stunden voneinander ab?

Die Vakanzrate ist dabei kein reiner Recruiting-Wert. Sie zeigt Dir auch, ob Deine Zeitfenster, Rollen oder Einsatzorte am Markt schwer besetzbar sind. Der Bundesrat beschreibt Arbeitskräftemangel als eine Lage, in der die Nachfrage das verfügbare Angebot übersteigt. Die KOF prognostiziert für die nächsten zehn Jahre rund 400’000 fehlende Arbeitskräfte. Die Mitteilung des Bundesrats zum Arbeitskräftemangel liefert dafür den übergeordneten Schweizer Rahmen.

Bei einem Anbieter für Marken- und Verpackungsdesign kannst Du zudem sehen, wie stark spezialisierte Rollen von passenden Profilen abhängen. Das Jobangebot Marken- und Verpackungsdesign der Echt AG ist deshalb als ergänzende Ressource interessant, wenn Du neben der Mengenplanung auch Anforderungsprofile für Fachrollen formulieren musst.

Fazit und nächste Schritte für deine Planung

Quantitative Personalbedarfsplanung beginnt mit dem Arbeitsvolumen und endet nicht bei einer Zahl. Du ermittelst den zukünftigen Ist-Bestand, berechnest den Bruttopersonalbedarf und ziehst den Bestand ab. Das Ergebnis zeigt Dir eine Lücke oder einen Überhang in Köpfen, FTE oder Stunden.

Für Events und Gastro zählt die Stundenlogik besonders. Teilzeitpensen, kurze Einsatzfenster, Pausen, Mindestbesetzungen und kurzfristige Absagen verändern den Plan. Prüfe deshalb Basis-, Peak- und Low-Szenario, bevor Du Personen einlädst.

Für Deine nächste Schichtplanung gehst Du so vor:

  1. Arbeitsvolumen festlegen: Gästezahl, Öffnungszeit, Aufbau und Abbau notieren.
  2. Bedarf rechnen: Rollen, Zeitfenster, Köpfe und Personenstunden getrennt ausweisen.
  3. Besetzung prüfen: Verfügbarkeit, Qualifikation, Teilzeitumfang, Absagen und Arbeitszeitgrenzen kontrollieren.

Wenn Du wissen willst, wie Du die benötigten Rollen und Fähigkeiten bewertest, wechselst Du zur qualitativen Personalbedarfsplanung. Die quantitative Rechnung beantwortet die Mengenfrage, die qualitative Prüfung entscheidet über die passende Person für die jeweilige Aufgabe. Aktualisiere Deine Annahmen nach jedem Anlass mit den tatsächlich geleisteten Stunden und Besetzungen. So wird jede kommende Schicht nachvollziehbarer.


Mit job.rocks kannst Du Deinen errechneten Bedarf nach Rolle, Ort und Zeitfenster in die Einsatzplanung übertragen, Verfügbarkeiten abfragen und bestätigte Einsätze sowie Arbeitszeiten dokumentieren. Schau Dir die Plattform an und prüfe, wie Du Deine nächste Event- oder Gastro-Schicht von der Mengenrechnung bis zur Besetzung strukturieren kannst.